Mario Diaz Suarez - ein Weltbürger in Trier

 

1940 in Argentinien geboren, in den turbulenten 1960er Jahren ein Jahr lang durch Süd- und Zentralamerika gereist, im Anschluss daran ein Jahr in New York gelebt. Schließlich der große Schritt über den Atlantik, ab 1968 mit eigenem Atelier in der inoffiziellen Künstlerhauptstadt der Welt, Paris. Doch auch sein persönliches Mekka lässt ihn nicht sesshaft werden, er reist zurück in die USA, nach Südamerika und Asien, bereist den Balkan und den vorderen Orient. Dass Mario Diaz Suarez als weit gereister Weltbürger 1976 im beschaulichen Trier heimisch geworden ist, stellt sich als großer Glücksfall für die Stadt heraus. Als Mitbegründer der Europäischen Akademie für Bildende Kunst und jahrelanger Dozent hat er wesentlich zur Etablierung der Marke „Kulturstadt" Trier beigetragen.

 

Mario Diaz Suarez ist in seinen 70 Lebensjahren stets Weltbürger geblieben. Seine Bilder fanden ihren Weg immer an frühere Lebensorte zurück, besonders nach Paris und in seine südamerikanische Heimat. Aber in die Stadt Trier scheint er sich irgendwann verliebt zu haben, mehr noch: er wird in der Moselstadt sesshaft. Als Dozent für Siebdruck an der Europäischen Sommerakademie Luxemburg kommt er 1973 zum ersten Mal nach Trier und stellt ein Jahr später in der Galerie des Städtischen Kunstvereins im Palais Walderdorff zum ersten Mal aus.

 

Es ist Malerei und Serigraphie im Stile der Pop Art, die der Argentinier 1974 mit in die Römerstadt bringt. Seine zeit- und gesellschaftskritischen Themen aus diesem Lebensabschnitt spiegeln sich in seinen Bildern in hochironischer Art und Weise wieder. In Trier aber entstehen zunächst einmal Siebdrucke, bevor Mario Diaz Suarez die gesellschaftlichen und politischen Motive, inspiriert von den weltweit unruhigen späten 1960er Jahren, gegen neue Motive austauscht: Landschaften, die oftmals erst auf den zweiten Blick als solche erkennbar werden. Es gibt keine exakte Entsprechung der Natur, aber die dargestellten Motive und Themen sind der Natur entnommen: Bäume, Wege, Horizonte. Durch sein Spiel mit Farben und Formen verleiht Mario Diaz Suarez seinen Bildern atmendes, funkelndes Leben.

 

In Trier beginnt die Zeit der neuen Bilder, von denen Mario Diaz Suarez sagte: „Das Umfeld, das interessiert mich." Seine Bilder werden lebendig durch die malerische Behandlung der Farbe. In seiner letzten Schaffensperiode erstellt er imaginäre Landschaftsräume. Er geht nicht von der Natur aus, sondern lässt seine Landschaften aus der Phantasie heraus wachsen. Es gehört jedoch wenig Phantasie dazu, Mario Diaz Suarez als

große Persönlichkeit der Stadt Trier zu bezeichnen. Künstlerisch wie menschlich ist er eine absolute Bereicherung für unsere Stadt.

Daher gratuliere ich ihm an dieser Stelle von ganzem Herzen zum 70. Geburtstag und wünsche ihm gute Gesundheit und dass er unsnoch lange mit seiner Kunst erfreuen wird.

 

Ulrich Holkenbrink

Dezernent für Schulen und Kultur der Stadt Trier