Malen bis zum letzten Tag

Zum Tod des Trierer Künstlers Mario Diaz Suarez

 

Nach schwerer Krankheit ist der Trierer Maler und Grafiker Mario Diaz Suarez im Alter von 73 Jahren gestorben. Der hoch angesehene, mehrfach ausgezeichnete Künstler war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der hiesigen Kunstszene.

 

 

„Wir Argentinier kommen von den Schiffen", hat er einmal gesagt. „Wir sind immer unterwegs."

Als Mario Diaz Suarez 1976 gleichsam in Trier andockte, war er schon viele Jahre unterwegs. Das Wissen von der weiten Welt, ihren Häfen und Horizonten, ihrer bunten Farben und ihrer Klangvielfalt hatte der Maler und Grafiker ebenso im Gepäck wie seine selbstvergessene Leidenschaft für die Kunst. Die verließ ihn nie. „Ich werde bis zum letzten Tag malen", trotzte er, vom Leiden gezeichnet, noch der schweren Krankheit.

 

Im argentinischen Tucumän wurde Mario Diaz Suarez 1940 geboren. Nach dem Kunststudium zog es den jungen Maler ins aufregende, brodelnde Kunstbiotop New York. Von dort wechselte er ein paar Jahre später nach Paris. Aus Frankreich schlug er die Brücke nach Luxemburg und Trier.

Auch wenn er inzwischen längst mit Frau und Tochter in Trier beheimatet war: Die Sehnsucht nach der weiten Welt trieb Mario Diaz Suarez zeitlebens um. Nicht nur, dass seine Ausstellungsbiografie Kontinente und Kunstzentren verbindet. Er selbst blieb stets der Grenzgänger und Reisende zwischen den Kulturen, als der er einst aufgebrochen war.

 

Mitgründer der Kunstakademie

Was er an Wissen und Welterfahrung sammelte, ebenso wie seine Lebenslust und Herzlichkeit, teilte Mario Diaz Suarez großzügig. Bereits in Paris hatte er eine Künstlergruppe gegründet, in Luxemburg eine Sommerakademie mitgestaltet. In Trier gehörte er zu den Gründern der Europäischen Kunstakademie.

Das Schönste allerdings, das er teilte und worin er sich selbst mitteilte, waren seine Bilder. Nach Abstraktion, Pop Art und engagierter Kunst hatte Mario Diaz Suarez sein Zentrum in der Landschaftsmalerei gefunden. Mario Diaz Suarez' Landschaften sind wie ihr Schöpfer. Es sind Bilder

voller Empfindsamkeit, beseelt vom Fühlen und Erleben des Künstlers.

Die Bilder finden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen. Maßgeblich hat er die Kunstszene Triers und der Region, ihren privaten wie öffentlichen Raum mitgestaltet. Als neuere Projekte seien die Trierer Arena oder das Technologie-Zentrum genannt und sein allerletztes gestalterisches Projekt, die Trierer Kulturaktie 2013. Gemeinsam mit der Trierer Gesellschaft für Bildende Kunst plante er zudem für September eine Retrospektive im Palais Walderdorff, wo er vor bald 40 Jahren zum ersten Mal ausgestellt hat. Nun werden die Bilder allein für ihn sprechen.

Mit Mario Diaz Suarez verlieren Trier und die Region einen ihrer wichtigsten und konsequentesten Künstler und einen aufgeschlossenen, weltläufigen und von tiefer Menschlichkeit geprägten Mitbürger und Freund. Ziel des Lebens sei es, so viel Welt als möglich zu erfassen und in das eigene Menschsein zu verwandeln, hat einst der Gelehrte Wilhelm von Humboldt befunden. Mario Diaz Suarez hat sein Ziel erreicht.

 

Eva Maria Reuther