Kunst am Bau

Lichtquadrat in Nachtblau

 

 

Das Thema Kunst am Bau ist in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich durch die Stadt Trier mit Künstlerinnen und Künstlern der Region als ein wichtiger Beitrag zur Kunst im öffentlichen Raum und in gebauten Räumen entwickelt worden. In vielfältiger Weise wurden öffentliche Gebäude der Stadt Trier dauerhaft und durch fest mit den Gebäuden verbundene Kunstbeiträge gestaltet.

Auf diesem Wege wurde Kunst am Bau nicht nur den Förderrichtlinien gerecht, sondern stellt einen Beitrag zur Förderung insbesondere freiberuflicher Künstlerinnen und Künstler dar. Dabei kamen hier nicht nur künstlerische Beiträge in ganz unterschiedlicher Form und Ausgestaltung als Kunst am Bau zum Tragen, sondern Kunst am Bau wurde durch Visualisierung und ganzheitlich angelegte Konzeptionen zum Sinnbild der im Gebäude verankerten Funktionen.

Wie selbstverständlich entstanden dadurch auch Leitsysteme, die die Orientierung in den Gebäuden erleichtert und dem Nutzer einen visuellen Dialog mit der Kunst zum Beispiel auf dem Weg durch die Flure und Treppenhäuser offeriert.

 

So konnte es gerade bei gelungener Architektur als Baukunst zu einem Wechselspiel mit der Kunst am Bau kommen, die sich quasi in einer Symbiose gegenseitig bedingen und zu neuen Qualitäten gelangen. Dies ist umso mehr möglich, wenn der Kunst am Bau schon im Entwurfsprozess der Bauaufgabe eine entsprechende Bedeutung und gleichzeitig auch ein adäquater Platz eingeräumt werden. Dies setzt einen wechselseitig intensiven Prozess der Akzeptanz, Abstimmung und des Verständnisses der jeweiligen intendierten Gestaltungsüberlegungen und Ideen zwischen Architekt und Künstler voraus.

Gelingt dies in hohem Maße, so können Architektur und Kunst am Bau eine selbstverständliche und sich in ihren jeweiligen Wirkungen verstärkende Allianz der Sinne eingehen.

Hier in der Arena Trier, dem Ausstellungsort der Bilder von Mario Diaz Suarez können wir solch ein gelungenes Ergebnis zwischen Kunst am Bau und Architektur der Arena erleben.

 

Die riesige farblich gestaltete Betonwand im Eingangsbereich von Mario Diaz Suarez nimmt die Fassadengestaltung mit den farblich gestalteten Bändern und der Lichtarchitektur auf und variiert sie mit neuen Materialien und Farbtönen zu einer farbigen Komposition, die schon von weitem zu erkennen ist.

In der Dunkelheit erstrahlen die in rhythmischen Abständen angeordneten blauen Lichtquadrate und führen so in das Nachtblau des Himmels. Die Intensität der Farbe setzt sich auch im Inneren der Treppenhäuser fort. Jedes Treppenhaus wird durch die farbig gestalteten Flächen der

Stirnseiten zu einem eigenen Kunstwerk. Neugierig steigt man von Etage zu Etage den farbigen Wänden nach und entdeckt neue Kompositionen quasi eine farbige Himmelsleiter.

 

Mario Diaz Suarez ist es hier und auch an anderen gebauten Orten in der Stadt Trier in hohem Maße gelungen, Architekturräume durch seine Kunst zu beleben und sie der reinen Funktionalität zu entreißen, Ein sinnlicher Genuss, den Sie besonders hier im und am Gebäude und in seinen Bildern nachsteigen und vorbeipassieren lassen können.

 

Michael Strobel

 

(Michael Strobel war bis Ende 2004 Leiter des Hochbauamtes der Stadt Trier und fast 20 Jahre für die Gestaltung und Umsetzung von Kunst am Bau in der Stadt Trier zuständig)